Neue Studie zu hybrider Arbeit an deutschen Universitäten im renommierten Journal „Higher Education" veröffentlicht

Der Beitrag „Academic hybrid work. Institutional logics and creative assemblies in German universities" von Maximiliane Wilkesmann, Katharina Hast, Mona Bassyiouny und Judith Becker untersucht, wie drei deutsche Universitäten hybride Arbeit, insbesondere mobile Arbeit, Homeoffice und zeitweiliges Arbeiten aus dem Ausland (Workation), organisatorisch gestalten.
In der empirischen Studie untersuchen wir konkret, wie drei deutsche Universitäten hybride Arbeit, insbesondere mobile Arbeit, Homeoffice und zeitweiliges Arbeiten aus dem Ausland (Workation), organisatorisch gestalten. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Hochschulen unterschiedliche, teils widersprüchliche Anforderungen miteinander verbinden: wissenschaftliche Autonomie, administrative Steuerung und Rechtssicherheit, internationale Wettbewerbsfähigkeit sowie die Möglichkeiten und Kontrollpotenziale digitaler Technologien.
Auf Grundlage einer vergleichenden Fallstudie wurden Dienstvereinbarungen zur mobilen Arbeit sowie neun Expert:inneninterviews mit den an ihrer Entwicklung beteiligten Akteur:innen ausgewertet. Hierbei identifizieren wir drei unterschiedliche Formen einer kreativen aber sehr selektiven Verbindung verschiedener institutioneller Logiken.
- Flexibilitätsorientierung durch wissenschaftliche Autonomie: Ein Modell, das auf Vertrauen, individuelle Verantwortung und möglichst geringe bürokratische Hürden setzt.
- Strukturierte Balance: Ein Ansatz, der Mobilität und Selbstorganisation ermöglicht, zugleich aber über klare Verfahren und Zuständigkeiten rechtlich-administrative Risiken steuert.
- Standardisierung und Risikovermeidung: ein Modell mit detaillierten Regelungen für Homeoffice, das mobile Arbeit und Arbeit aus dem Ausland jedoch weitgehend ausschließt.
Unsere Ergebnisse zeigen, dass es keine einheitliche Organisationsform der hybriden Arbeit an Hochschulen gibt. Obwohl alle untersuchten Universitäten im gleichen rechtlichen Rahmen agieren, unterscheiden sich ihre Regelungen interessanterweise erheblich voneinander. Hybride Arbeit erweist sich somit als Ausdruck unterschiedlicher institutioneller Prioritäten, beispielsweise zwischen Vertrauen und Kontrolle, internationaler Attraktivität und Compliance oder individueller Flexibilität und gemeinsamer Präsenzkultur.
Der Beitrag ist im Open Access verfügbar:
Wilkesmann, M., Hast, K., Bassyiouny, M. & Becker, J. (2025): Academic hybrid work. Academic hybrid work. Institutional Logics and Creative Assemblies in German Universities. Higher Education. https://doi.org/10.1007/s10734-025-01567-0